ANZEIGE: Home » Magazin » Kredit-Ratgeber: Was ist eigentlich der korrekte Verwendungszweck?

In jedem Kreditantrag, egal ob online oder in der Filiale, befindet sich ein Feld für den Verwendungszweck. Viele Kreditsuchende stellen sich die Frage, was es dort einzutragen gilt. Das lässt sich relativ leicht beantworten und mit der richtigen Angabe gibt es den Kredit oft sogar deutlich günstiger.

Menschen, die einen Kredit aufnehmen, müssen nicht zwangsläufig unter akuter Geldnot leiden. Viele zukünftige Kreditnehmer möchten beispielsweise einen lange gehegten Traum schon etwas früher erfüllen oder benötigen dringend ein neues Auto für den Job. Zudem kann es sinnvoll sein, nach einigen Jahren einen bereits laufenden Kredit mit langer Laufzeit unter die Lupe zu nehmen. Mit einer Umschuldung lässt sich dieser gegen einen neuen, günstigeren Kredit tauschen. Alle diese Beispiele verfolgen bei der Kreditaufnahme einen bestimmten Zweck. Diesen sollten Kreditnehmer auch unbedingt ihrer geldleihenden Bank mitteilen. Denn der Verwendungszweck zählt zu den wichtigsten Angaben bei einem neuen Darlehen.

Wofür benötigen Banken einen Verwendungszweck?

Am Beispiel Autokredit lässt sich sehr gut veranschaulichen, warum Banken gerne den Verwendungszweck eines neuen Kredits erfahren. Der Verwendungszweck „Auto/Motorrad“ signalisiert dem Geldinstitut, dass das geliehene Geld als Finanzierung eines neuen Gefährts Verwendung findet. Das erhöht die Kreditsicherheit, denn die Bank bekommt nach dem Kauf eine unterschriebene Sicherungsübereignung und eine Kopie der Zulassungsbescheinigung Teil II (früher Fahrzeugbrief) vom Kreditnehmer als zusätzliche Sicherheit. Sollte es zu einem unerwarteten Zahlungsausfall kommen, kann die Bank das Fahrzeug verkaufen und auf diese Weise die noch ausstehende Schuld tilgen. Zahlt der Kreditnehmer seinen Autokredit fristgerecht zurück, erhält er die genannten Dokumente von der Bank zurück und ist anschließend natürlich der rechtmäßige Eigentümer des Fahrzeugs.

Verwendungszweck angeben und bares Geld sparen

Wie am Beispiel Autokauf veranschaulicht, belohnt die Bank die zusätzliche Kreditsicherheit oftmals durch ein besseres Kreditangebot. Für den Autokäufer bedeutet das niedrigere Zinsen für sein Darlehen und er spart durch die Angabe des Verwendungszweckes bares Geld.

Ein weiterer beliebter Verwendungszweck ist die „Umschuldung“. Er zählt zu den am häufigsten genutzten Verwendungszwecken in Deutschland. Dabei geht es um die sofortige Rückzahlung eines alten Darlehens mit Hilfe eines neuen, günstigeren Kredits. Das nennt man eine vorzeitige Gesamttilgung. Je nachdem wie unterschiedlich hoch die Zinssätze beider Darlehen sind und ob für die vorgezogene Gesamttilgung des Altkredits eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig wird, lassen sich hohe Summen sparen. Bei der Umschuldung ist der Verwendungszweck ebenfalls besonders wichtig. Er signalisiert der Bank, dass der Kreditnehmer einen Kredit umschulden und nicht ein zusätzliches Darlehen aufnehmen möchte.

Funktionieren Kredite auch ohne Verwendungszweck?

Natürlich gibt es auch Kredite ohne speziellen Verwendungszweck. Im Finanzjargon nennt sich dieser vermeintliche Verwendungszweck „zur freien Verwendung“. Bei einem solchen Darlehen darf der Kreditnehmer das geliehene Geld so verwenden, wie er möchte und ist an keine Zwecke gebunden. Diese Form bietet sich dann an, wenn noch nicht ganz klar ist, für welche Anschaffungen oder Dienstleistungen und in welcher Höhe das Geld benötigt wird. Beispielsweise bei einem großen Umzug. In diesem Fall kann der Kreditnehmer so die Umzugsfirma und das benötigte Zubehör bezahlen, aber auch Möbel oder die Mietkaution, wenn der Umzug längst erledigt ist.