Design und Innovation auf der Tastatur oder Verschlimmbesserung wegen Kostenoptimierung? Was uns Hersteller wie Apple über ihre Produkte mitteilen und was der wahre Grund hinter einer Aussage ist, ist oft zweierlei. Meist wird einem etwas suggeriert, was in der Praxis nur wenig Mehrwert bietet. Insbesondere bei den Designern aus Cupertino sollte das Prinzip “Form follows function“ gelten und dem Anwender bei seinen Aufgaben dienlich sein, immerhin zählt Apples Designsprache zu deren wichtigsten Grundprinzipien. Hört man dann die unterschiedlichen und teils kritischen Nutzererfahrungen, dann müssen sich Grundsätze und deren Realisierung nicht zwingend decken. Insbesondere Vielschreiber sollten sich genau darüber informieren, mit welcher Tastatur sie am besten umgehen. Auch wer oft Tastenabkürzungen nutzt wird Unterschiede, insbesondere zwischen iOS und macOS, feststellen müssen.

Das Unternehmen setzt die Standards von Morgen

Apple geht bei der Markteinführung neuer Technologien meist rigoros vor. Man kann den Eindruck gewinnen, dass ein solcher Konzern die Größe und die Bedeutung auf dem Markt einnimmt, dass das Unternehmen über die Akzeptanz entscheidet und nicht die Klientel. Wahrscheinlich ist dem auch so, denn welches Unternehmen aus der IT-Branche verzichtete als Erstes so konsequent auf optische Laufwerke für CD/DVD-ROM? Ein weiteres Beispiel ist der Rotstift zur Streichung von Anschlüssen an Notebooks, einzig die einheitlichen USB-C / Thunderbolt-Buchsen sollen für die kabelgebundene Kommunikation herhalten. Nur noch ältere Modelle wie das MacBook Pro 15-Zoll aus dem Jahr 2015 und das ebenso alte MacBook Air sind im Apple Online Store noch erhältlich (Stand März 2018).

Diese Entwicklung macht dann auch nicht bei den Tastaturen halt. Apple setzt inzwischen auf einen neuen Standard bei der Tastentechnik. Die Folge ist, die Tasten haben weniger Hub und geben dadurch auch weniger Feedback bei der Eingabe als vorherige Apple-Tastaturen. Man muss nur die Entwicklung des Trackpads unterhalb der MacBook Tastatur blicken, die Mechanik wurde durch Sensoren ausgetauscht, der Nutzer hat nur noch das Gefühl er würde das Pad drücken, ein Vibrationsmotor simuliert das Feedback, so ähnlich könnte auch die Zukunft der Apple Tastatur aussehen. Nicht verwunderlich ist auch, dass sich Apple längst eine rein digitale Tastaturtechnik hat patentieren lassen. Über kurz oder lang gehören die bekannten Tasten und die Haptik der Tastenanschläge der Vergangenheit an. Das spart im Endeffekt Kosten bei der Herstellung und dem Support. Auch können Geräte dann noch flacher und leichter ausfallen.

Welcher Apple-User nutzt welche Tastatur?

Bis es so weit ist, stehen Apple-Nutzern aber auch vor der Frage, welche Tastatur für einen die geeignete ist. Nicht jede Umsetzung ist für alle Nutzer die ideale Wahl, das ist auch eine Frage des bevorzugten OS. Wer ein iPad oder ein iPhone zum Schreiben oder besser zur Eingabe nutzt, der muss mit dem Touchscreen seines Devices auskommen oder eine externe Tastatur verwenden. Insbesondere bei den iPad Pro Modellen sollen die hochwertigen externen Tastaturen eine ähnliche Schreibqualität vermitteln wie die Tastaturen bei den Apple Computern. Auch wer über sein Keyboard häufig Shortcuts nutzt, wird mit diesem Angebot liebäugeln.

Wie bereits erwähnt, die Tastengestaltung an MacBook und MacBook Pro ist gewöhnungsbedürftig. Ist diese Umgewöhnungsphase abgeschlossen, dann attestieren die User dieser Technik durchaus positive Eigenschaften. Die Texteingabe soll durch den flachen Hub schneller und auch präziser erfolgen. Was die Lautstärke angeht, manche mögen die Akustik, andere nicht, insbesondere bei dem 15-Zoll-Modell, sollen die Tasten aber recht laut sein. Anfängliche Mechanikprobleme wurden mit der aktuellen Version gelöst. Die über der Tastatur integrierte Touchbar löst bei vielen Usern nicht unbedingt nur Begeisterung aus. Für viele ist die Verwendung umständlich aber insbesondere im Bereich Shortcuts ist die Touchbar auch recht praktisch, auch weil diese sich in gewissem Umfang individualisieren und sich an das aktuell verwendete Programm anpassen lässt.

Wer sein Apple Notebook mit einem externen Display betreibt oder einen Mac Pro, Mac mini oder iMac auf seinem Schreibtisch stehen hat, hat auch die Möglichkeit das Magic Keyboard zu verwenden. Dieses funktioniert per Funk und Akku und ist inzwischen auch mit Ziffernblock, größeren Richtungstasten und Sondertasten erhältlich. Die Eingabequalität ist hoch und das verwendete Aluminium ebenfalls sehr hochwertig. Vielschreiber treffen mit der Magic Tastatur eine sehr gute Wahl.

Fazit

Ohne Zweifel, Apple treibt die Entwicklung hin zu einer digitalen Tastatur voran. Für Anwender, die viel und oft schreiben, mag dies unerfreulich klingen. Es bleibt abzuwarten, welche Vorteile daraus hervorgehen oder ob es sich dabei um reine Designansätze ohne praktische Vorteile im Alltag handelt. Eine Displaylösung wie auf dem iPad oder iPhone sollte nicht als Referenz dienen. Es scheint, dass die auf dem MacBook Pro vorhandene Touchbar ein Wegweiser ist. Die Vermutung liegt nahe, dass diese digitale Eingabeeinheit ein Umdenken der Nutzer in die Wege leitet und die Umgewöhnung erleichtern soll.

Die Zukunft wird sicher der digitalen Eingabe gehören. Bis es so weit ist, bieten die alten Generationen von MacBook Pro mit 15 Zoll Retina und das MacBook Air, die bekannte und geschätzte Tastatur. Desktopuser können sich auf die Qualität der Magic-Tastatur verlassen.

Touchscreen-Eingabe und Butterfly-Tastatur – Wie sieht die Zukunft bei Apple Tastaturen aus?
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