Praktische Shortcuts werden am Computer durch die Peripherie durchgeführt. Meist handelt es sich dabei um Tastenkombinationen über die Tastatur. Durch Ziffer-, Buchstaben- und Funktionstasten lassen sich Befehle ausführen, die sonst erst umständlich über die Maus und die Menüstruktur des verwendeten Programms erfolgen. Hilfreich sind diese Tastenkombinationen bei oft ausgeführten Aktionen wie zum Beispiel dem Kopieren und Einfügen von Text in einer Office-Anwendung. Solche Shortcuts existieren unabhängig von Software und Betriebssystemen, Apple hat mit seiner aktuellen MacBook Pro Hardware nun die Eingabe von praktischen Befehlen revolutioniert. Die Touch Bar, ein schmales, berührungsempfindliches OLED-Display oberhalb der Zifferntasten ersetzt nicht nur die Funktionsfelder einer herkömmlichen Apple-Tastatur, das smarte Feature kann noch viel mehr.

Ein konfigurierbarer Touchscreen – Spielerei oder geniale Verbesserung?

Die Neuerung, die Apple im Jahr 2016 seinen MacBook Pro Modellen mit 13 und 15 Zoll spendiert hat, mag für viele Anwender nur einer neuen Spielerei oder einem neuen Funktionsdesign gleichkommen. Mit dem schmalen Displaystreifen sorgt Chefdesigner Jonathan Ive für eine markante Optik. Bereits auf dem zweiten Blick wird aber klar, dass durch das Touchdisplay eine Reduzierung der MacBook Größe und somit auch ein leichteres Notebookgewicht erreicht wurde. Die Tastengröße von Buchstaben und Ziffern bleibt dabei unverändert.

Eigenschaften und Verwendung

Bei der Touch Bar handelt es sich um eine berührungsempfindliche OLED-Funktionsleiste, die etwa fingerbreit ist und komplett über der obersten Tastaturreihe verläuft. Nicht nur die Funktionstasten werden ersetzt, mit der Apple Touch Bar sind vollkommen neue Bedienungskonzepte und somit eine neue Art von Shortcuts möglich. Auch wenn Windows Konzepte schon auf berührungsempfindliche Bildschirme zurückgreifen, Apple verbindet Design und Funktion, indem die Touch Bar unmittelbar oberhalb der physischen Tastatur angeordnet liegt und somit gut – auch während der Tasteneingabe – zu erreichen ist. Das Display ist konfigurierbar und wechselt je nach verwendetem Programm die Funktionen. In der Grundeinstellung beinhaltet das Display die herkömmlichen FN-Tasten, im rechten Bereich – dem Control-Strip – befinden sich Funktionen für Lautstärke, Bildschirmhelligkeit und der Siri-Sprachsteuerung. Über ein Klammersymbol lässt sich der Funktionsumfang ausklappen und erweitern, ebenso auch wieder reduzieren und schließen. Mit der ESC-Funktion lassen sich die aufgerufenen Menüs wieder schließen.

Eine Besonderheit der Touch Bar ist die Anpassung der Funktionstasten an aktive Apple-Apps wie zum Beispiel:

  • Finder für die Dateinavigation
  • Safari als Webbrowser
  • Mail für die elektronische Briefkommunikation
  • Fotos als Bildbearbeitungssoftware
  • Karten für die Navigation
  • Notizen als schnelle Texteingabe
  • Kalender als Organisationstool
  • FaceTime für die Kommunikation per Video
  • Pages das Apple-Textverarbeitungsprogramm
  • Numbers für Kalkulationen und Tabellen
  • Keynote für Präsentationen
  • Garageband die Audioproduktionssoftware
  • iMovie für die Videobearbeitung

Neben den zahlreichen hauseigenen Applikationen von Apple unterstützt das Touchdisplay auch Programme von Drittanbietern, wie: Adobe Photoshop, MS Excel, Pixelmator, Evernote oder Spotify.

Die Touch Bar nach den eigenen Bedürfnissen anpassen und mit Shortcuts belegen

Viele Funktionen sind je nach aktiver App bereits als Standardbelegung konfiguriert. Der Touchscreen lässt sich zusätzlich auch frei belegen. Dies erfolgt über die Systemeinstellungen > Darstellung > Touch Bar anpassen. Auf dem Retinadisplay öffnet sich ein transparentes Fenster mit auswählbaren Funktionen. Diese lassen sich einfach mit dem Cursor nach unten in die Touch Bar ziehen. So lassen sich auch die einzelnen Symbole in der Reihenfolge verändern und speichern.

Fazit

Inzwischen (Stand 2018) wurde bereits die zweite MacBook Pro-Generation mit der praktischen Touch Bar auf den Markt gebracht. Die Meinungen der Anwender und der Presse fallen dabei unterschiedlich aus. Für viele User ist das berührungsempfindliche OLED-Feld eine praktische Neuerung, die eine Optimierung des Workflows ermöglicht. Andere sehen hier keine wesentliche Verbesserung dafür eine Ablenkung im Umgang mit der Tastatur. Ob sich das spezielle Feature auch auf andere Mac-Modelle übertragen lässt oder nur bei den Notebooks Verwendung findet, wird sich zeigen. Für einige Apple-Anwender praktischer Tastenkombinationen ist die Touch Bar eine willkommene Entwicklung, vielleicht sogar eine Evolution die das bisherige Eingabeverhalten grundlegend verändert. Sprache lebt und verändert sich, ebenso wie wir uns mitteilen. Dazu gehört auch die Kommunikation in den Sozialen Netzwerken oder über Messenger. Auf der Apple Touch Bar können dazu passend auch die Shortcuts für Emojis hinterlegt werden.

Revolutioniert die Apple Touch Bar die Tastatur-Shortcuts?
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